Geburtstags- und Schrauberwochenende in Denkendorf

Freitag: 13.7.2018:

So, der Urlaub ist ja schon wieder eine ganze Weile her, es wird Zeit, mal wieder ein wenig in der Weltgeschichte herumzugondeln…

Naja, dieses mal sind es nur knapp 200 Kilometer in Richtung Stuttgart.
Wir sind (wie jedes Jahr) eingeladen zur Geburtstagsfeier von Bärbel! Lange hatten wir aufgrund einer anderen Verpflichtung nicht die Möglichkeit, an diesem Wochenende in Richtung Stuttgart zu fahren, seit ein paar Jahren ist es aber eine schöne Tradition geworden – wir sehen uns ja eh viel zu selten!!!

Ich habe Vormittags noch einen Termin, gegen 14 Uhr fahre ich dann nach Opfenbach, um den Bus vorzubereiten und dann Georg direkt von der Arbeit abzuholen. Zeit ist Geld ;-)…

Am Bus erstmal ein Schreck: Kein Strom.
Wir hatten ja auf Empfehlung des Vorbesitzers die komplette elektrische Anlage in Betrieb gelassen, die Solaranlage sollte die Batterie wieder voll machen…

Irgendwas ist da leider in die Hose gegangen. Ich habe keine Anzeige auf meinen Displays.
Hmmm…

Also messe ich mal die Batterie: 0,0 Volt.
Naja, das ist nicht wirklich viel, ich kann eigentlich nicht glauben, daß die Batterie so tot ist…

Eine Testmessung ergibt, das Multimeter funktioniert.
Fachleute: Was ist mit der Batterie passiert? Keine Beulen, Säure ist drin, das Ding schaut völlig normal aus.
Später stellt sich dann heraus, daß die Batterie schon seit dem 29.06. tot ist. Keine Ahnung, was wirklich der Grund ist.

Jetzt muss eine schnelle Lösung her, da wir eigentlich sofort los wollen…
Wieder mal ist MAN Schneider meine Rettung.
Helmut hat natürlich eine Batterie für mich.
180 Ah Varta zu einem vernünftigen Preis. Eigentlich wollte ich ja eine Westech – Gelbatterie kaufen, aber das bekomme ich in der kurzen Zeit nicht mehr hin.

Also in den Kofferraum mit dem Ding. Einbauen werden wir das später.

Jetzt erstmal den Bus  starten und ab zur Tankstelle, mal wieder volltanken.
Wie sagt man so schön: „Wer schön sein will, muss leiden“ ;-).

Gute 150 Euro später gehts dann weiter in Richtung Zech, wo ich überpünktlich zum Feierabend Georg aufpicken möchte.

Erst mal gibt es eine kleine Besichtigung für Georgs Kolleg*innen.

Dann staten wir in Richtung Stuttgart.
Da die A96 einen Haufen Stau verspricht, fahren wir ab Leutkirch über Land. Die Strecke ist echt schön, obwohl sie statistisch gesehen etwas länger dauert.

Kurz vor Denkendorf (ca. 2 km vor dem Ziel) dann plötzlich ein Knall und Georg macht einen ziemlichen Hoppser auf dem Sitz. Hm, da stimmt was nicht. Und was schleift hier plötzlich so?

Scheint so, als ob wir auf der Beifahrerseite keine Federung mehr haben, der Bus hüpft bei jeder Bodenwelle, als ob wir über einen meterhohen Abhang springen würden. Nicht gut!

Wir beschließen, trotzdem langsam weiter zu fahren, denn was nützt uns das, wenn wir hier anhalten, wenn ein paar Hundert Meter weiter die Fachleute auf uns warten.

Kurze Zeit später sind wir dann auch schon da.
Nach einer kurzen herzlichen Begrüßung schauen wir uns erstmal die Misere an:
Der Hebel, der dem beifahrerseitigen Federbalg sagt, wie hoch das Chassis steht, ist am Gelenk abgebrochen und schleift jetzt völlig verbogen auf der Straße.
Also denkt unser Bus, er steht viel zu hoch und lässt erstmal die komplette Luft aus dem Federbalg ab. Das kann nicht gut gehen ;-).

Frank beruhigt mich in meiner leicht aufkeimenden Panik. Er hat alles da, um das zu reparieren!
Also schnell eingeparkt und dann gibt es was lecker gegrilltes, dazu ein köstliches Alkoholfreies Weizen – heute zur Abwechslung mal eines von Gold Ochsen… was echt lokales ;-).

Es wird ein sehr netter Abend mit einigen alten Freunden, die wir teils sehr lange nicht gesehen haben. Wir müssten uns einfach öfter auf den Weg machen!

Hier noch ein Eindruck von unserem Stellplatz: Ganz schön was los hier…

Irgendwann nach Mitternacht gibt uns Helmar noch eine kleine Kostprobe seiner Kletterkünste…

… und seiner Höhenangst ;-). Naja, besser, als wieder auf den Kran zu klettern!

Weit nach Mitternacht falle ich dann ins Bett, Georg hat sich schon etwas früher verzogen.
Morgen werde ich seit langem das erst Mal wieder mein Werkzeug schmutzig machen…

Gute Nacht!


Abfahrt Opfenbach: 479514 km
Ankunft Denkendorf: 479721 km

Gesamt: 207 km

Getankt bei 479527 km, 131,5 Liter für zauberhafte 168,20 Euro.
Na, hilft ja alles nix…

 

Samstag. 14.7.20018:

Guten Morgen!

Wir immer in unserem Bus haben wir hervorragend -wenn auch mit etwas Bauchschmerzen vom vielen Essen und in Erwartung der Heute geplanten Reparatur- geschlafen.

Erstmal Frühstück.
Das macht in der Gruppe einfach nochmal mehr Spaß als alleine…

Gegen Mittag legen wir dann los.

Ich rangiere den Bus etwas in Stellung, dann setzen wir Franks großen Wagenheber an und kurze Zeit später sehen wir das Ausmaß der Verwüstung… sieht nicht soo schlimm aus.
Frank begradigt den Hebel, der wirklich komplett verbogen ist, dann schrauben wir die neuen Kugelgelenke an, von denen Frank Glücklicherweise zwei Stück da hat.

Etwas später ist es dann so weit, wir haben das neue Teil fertig montiert.
Jetzt noch schnell die Höhe einstellen und alles ist wieder gut.
Das ist echt bemerkenswert. Man kann (wenn man will), viele Probleme ganz einfach in den Griff bekommen!

Wir beschließen, unserem Druckproblem an der hinteren Türe auf den Grund zu gehen. Hier verlieren wir einen Haufen Luft durch den Auslass des Schnellentlüftungsventils. Ich habe leider noch keine Ahnung, wie ich das in den Griff bekommen soll…

Wir befürchten, daß der alte Zylinder einfach einen Schaden hat.

Günter hat zwei komplette Türantriebe dabei und würde mir einen davon überlassen. Super!!
Vielen Dank nochmal auch dafür!!!

Wir bauen erstmal die Türe ab…

Blöderweise ist das alles so verrostet, daß die Führungsstange unten an der Türe einfach abbricht. Na toll!!!

Dann fange ich an, den Antrieb zu demontieren und versuche im gleichen Atemzug, ihn zu verstehen.
Natürlich ist unser Workshop gut besucht, das liegt vielleicht auch an den Spitzen – Zuschauerplätzen in Helmars Kofferfächern…

Kurze Zeit später bin ich dann am Kern der Sache angekommen:

Ja, das sind echt viele Kabel hier – und viele Schläuche – und viele Schrauben und Muttern.
Naja, wird schon funktionieren.

Es ist echt ganz schön heiß Heute, und ich bin auch irgendwie inzwischen relativ ölig. Naja, hilft nix… das muss jetzt fertig gemacht werden!

Einige Zeit später habe ich dann den neuen Antrieb montiert, er dreht bei den ersten Tests auch recht gut.
Leider klappt das bei jedem Test schlechter, am Schluß dreht er gar nicht mehr.

Ich baue das ganze insgesamt zweimal aus und wieder ein, aber leider finden wir keinen Fehler.
Schließlich prüfen wir noch, ob überhaupt Luft ankommt. Naja, 3,5 Bar sind das aber nicht…
Ich fürchte, wir haben hier ein Problem mit dem Druck.

Schlußendlich schließe ich die Leitung, die mehr Druck hat, an den Schließer an, damit wir die Türe wenigstens zu machen können.

Und siehe da, es funktioniert! Wir bekommen die Türe zu!

Nach insgesamt ca. 6 Stunden schließe ich die Baustelle ab. Nicht ganz erfolgreich, aber immerhin verliert der neue Zylinder keine Luft! Das ist immerhin ein Teilerfolg…

Leute, tausend Dank!!
Ich hatte heute echt viel Unterstützung, sei es moralisch oder durch Mithilfe oder Erklärungen. Das ist Toll, so macht Schrauben auch wirklich Spaß!!!

Jetzt freuen wir uns aber auf Bärbels Geburtstagsgrillen!!!

Grad nett isses!!!

Nach vielen netten Gesprächen falle ich dann gegen 3 Uhr morgens ins Bett!
Ja, ich merke, daß ich Heute was getan habe. mir tut echt alles weh… Naja, gehört in meinem Alter wohl dazu.

Gute Nacht!

 

Sonntag, 15.07.2018:

Guten Morgen!

Heute gehts ja leider schon wieder zurück an den Bodensee…
Aber erstmal Frühstück.

Dann verabschieden sich nach und nach alle.
Wir graben noch einige von Franks Solarzellen aus (die werden hoffentlich bald ihren Platz auf dem Bus finden und die alte Krankheit von Solaranlage ablösen).

Gegen Mittag verabschieden wir uns dann ebenfalls und machen uns auf den Weg zurück nach Hause.

Bärbel, Frank und alle anderen: VIELEN DANK! Das war wirklich toll mit Euch!
Ich hoffe, wir treffen uns recht bald mal wieder.

Als ich starten will, haben wir leider noch ein Problem: die vordere Türe geht jetzt auch nicht mehr zu.
Na Super!!! Jedes mal, wenn wir den Nothahn öffnen, haben wir danach Probleme.
Fachleute: Kann man das irgendwie erklären???

Irgendwie bekomme ich die Türe dann doch verriegelt und wir fahren über Land zurück. Die Strecke ist wieder super zu fahren, das müssen wir uns merken!

Noch schnell entsorgen (danach geht die Türe überhaupt nicht mehr zu) und bald darauf sind wir dann wieder zurück in Opfenhach, wo diese abenteuerliche Reise vor zwei Tagen gestartet ist.

Schön wars!!!

Ich lege noch schnell die Elektrik still, dann parken wir den Bus wieder auf seinem temporären Parkplatz in der Wiese.
Nächstes Wochenende wird der Stellplatz in der Halle dann frei, denn der DAF wird von seinen neuen Besitzern abgeholt.

Zu unserem Luftproblem: Ich schätze, der komplette vierte Kreis hat zu wenig Druck. Wo fangen wir da an zu suchen??? Mal sehen…

Schön wars trotzdem, wir haben alle viel gelernt und einen Haufen Spaß gehabt!!!

Bis bald!

Abfahrt Denkendorf: 479721 km
Ankunft Opfenbach: 479901 km

Gesamt: 180 km

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